Aktuelles zum Naziaufmarsch am 4. September

Aktueller Stand der Dinge:
Die Nazis starten am 4. September am Hbf Dortmund und wollen durch die Nordstadt ziehen. Am Freitag, dem 3. September wollen die Nazis zudem ein Rechtsrock-Open-Air in der Innenstadt veranstalten. Dortmunder Antifa-Gruppen rufen deswegen zu einer Demo unter dem Motto „Für ein Viertel ohne Nazis – Gegen rechte Gewalt und Nazimusik!“ auf, die um 16.00 Uhr am Nordausgang des Hbf startet.

Naziaufmarsch am Samstag z.Z. durch Polizei verboten!
Die Dortmunder Polizei hat den Samstag-Aufmarsch der Nazis kurzfristig verboten, nachdem Sprengstoffe bei einem Aachener Nazi mit Verbindungen nach Dortmund gefunden wurde. Der nun verhaftete Nazi war u.a. beim Angriff auf die Kneipe Hirsch-Q vor gut einer Woche beteiligt. Das Rechtsrock-Konzert ist vom Verbot nicht betroffen. Außerdem ist es sehr gut möglich, dass das Verbot noch kurzfristig vor Gericht gekippt wird. Deshalb: Alle nach Dortmund – und zwar am Freitag und Samstag.

Das S4-Bündnis klagt zudem gegen den Auflagenbescheid ihrer Antifa-Demo am Samstag, die nach Meinung der Polizei nicht in der Innenstadt laufen soll. Aktuelle Infos beim S4-Bündnis und beim Infoticker.

Gemeinsame Anreise ab Münster:
Es gibt einen öffentlichen Treffpunkt zur gemeinsamen Reise am Samstag von Münster nach Dortmund: Samstag, 8.45 Uhr am Hauptbahnhof.
Bitte organisiert die Anreise am Freitag selbstständig.

Infoveranstaltungen in Münster:
23. August 2010 – Was sind Autonome Nationalisten? – F24, 19.00 Uhr

25. August 2010 “Wie die Heuschrecken kommen sie über unser Land …” Fallstricke verkürzter Kapitalismuskritik – Club Courage, Friedensstraße 42, 19.30 Uhr

26. August 2010Informationen über die Gegenproteste in Dortmund (mit dem S4-Bündnis) – Club Courage, Friedensstraße 42, 20.00 Uhr

Auf zu neuen Taten! Informationen zu den Antifa-Aktionen in Dortmund

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis zum sechsten mal zum so genannten “Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist ein Event für die extreme Rechte aus ganz Europa, das zum Anlass genommen wird, um unter dem Deckmantel des “Pazifismus” Rassismus, Antisemitismus und NS-Verherrlichung zu propagieren. Auch dieses Jahr wollen die Neonazis mit Parolen wie “Nie wieder Krieg, nach unserem Sieg” in Dortmund demonstrieren.

In Dortmund haben sich seit letztem Jahr verschiedene neue linke und antifaschistische Gruppen gegründet, die nun zu Aktionen am 4.9. aufrufen. Nachdem es letztes Jahr gelang die Veranstaltung der Neonazis auf eine stationäre Kundgebung zu beschränken, soll auch in diesem Jahr, unter anderem mit einem Blockadekonzept versucht werden, den Aufmarsch zu verhindern. Dazu wollen wir euch über die Konzepte der beiden Gegen-Bündnisse, mit denen der Aufmarsch verhindert werden soll informieren. Daneben wird es noch ein paar praktische Hinweise zum aktuellen Stand der Vorbereitungen und eine Einführung in die Dortmunder Neonaziszene geben.

Vor und nach dem Vortrag findet natürlich die „Bar Antfascista“ statt.

Donnerstag, 26.08.2010 // 20:00 Uhr
Club Courage // Friedenstraße 42 // Münster

Infos und Kartenverkauf zum Antifa-Camp 2010

antifa camp 2010
Vom 18. bis zum 22. August findet zum dritten Mal das Antifa-Camp im Rheinland statt, dass euch ein vielseitiges Programm mit vielen Workshops und Diskussionsrunden bietet. Das Programm umfasst schon über 60 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen, so dass für alle Interessen etwas dabei sein sollte.

Highlights dürften für viele bestimmt die Workshops mit Michael Heinrich zur Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie und mit Andrej Holm („Was ist Gentrifizierung?“) sein. Erstmals finden mehrere Zeitzeug_innen-Veranstaltungen über linke Geschichte statt, die in drei Zeitblöcke eingeteilt sind: Erstens die Adenauer-Ära mit ihrer Kommunist_innen-Verfolgung; zweitens die 70er und 80er Jahre, in denen der bewaffnete Kampf seinen Höhepunkt erreichte und die autonome Bewegung entstand; schließlich werden Antifas aus ihren Erfahrungen mit Antifa-Politik in den 90er Jahren berichten. Die antifaschistische Praxis steht beim Blockadetraining oder in den Veranstaltungen, die über die Naziaufmärsche in Stolberg, Dortmund und Dresden informieren, im Vordergrund.

Daneben ist aber reichlich Zeit, um einfach die Beine baumeln zu lassen. Auch beim Abendprogramm kommt ihr auf eure Kosten. Zwei Konzerte mit Elektro- und Punk/Hardcore-Bands werden vorbereitet. Dies ist nur ein kleiner Einblick in das Programm. Wer mehr erfahren möchte, surft auf www.antifa-camp.de oder besucht unsere Veranstaltung im Club Courage. In einem kurzen circa halbstündigen Vortrag stellen wir das Programm vor und bieten euch die Möglichkeit Karten fürs Camp zu erwerben. Kosten: 45 € Normalpreis; 30 € ermäßigt; 10 € Tageskarte. Vor und nach dem Vortrag findet natürlich die „Bar Antfascista“ (inkl. Vöku) statt.

Donnerstag, 22. Juli 2010 / 20.00 Uhr / Club Courage / Friedensstraße 42 / Münster

Gegen das Bundeswehr-Spektakel vor dem Schloss

Am Mittwoch, den 30. Juni will die Bundeswehr ihr Luftransportkommando mit einem großen Militärspektakel feiern. Auch wenn der angekündigte „Große Zapfenstreich“ ausfällt und das Programm von der Bundeswehr etwas herunter gefahren wurde, finden Protestaktionen statt. Ab 21.00 Uhr ist eine Kundgebung am Hindenburgplatz angemeldet. Mehr Infos hier.

Antifa-Print #5 ist online

Nach einem Jahr Pause erscheint nun unser Infoblatt „Antifa-Print“. Ihr könnt es hier downloaden oder findet es an verschiedenen Stellen in Münster in der gedruckten Form. Die Themen diesmal: WM und Nationalismus, Abschiebungen von Roma, Repression nach dem 1000 Kreuze Marsch, Nazis in Münster, Interview mit der Jugendantifa Münster…

WM & Nationalismus: Kein Bock auf euer WIR!

wm

Nein, wir sind nicht der Papst. Und auch nicht Lena. Und wir werden auch kein Weltmeister.
Immer dann, wenn die Deutschen sich selber feiern, wird es eine ziemlich miese Party; eine Veranstaltung, auf die wir einfach keinen Bock haben. Spätestens dann, wenn sich zur Fussball-WM vom nervenden Chef über den stressenden
Nachbarn, Onkel, Tante, Schwester und Arbeitskollegin bis zum Zahnarzt nahezu 80 Millionen Deutsche unter ihrer geliebten Fahne zusammen finden und „Steh auf, wenn du ein Deutscher bist“ grölen, bleiben wir lieber sitzen oder suchen das Weite. Wir haben keine Lust auf diese Party, unser Spaß sieht anders aus.
Dementsprechend bleibt uns nicht viel mehr, als sehnsüchtig auf den Moment zu warten, in dem der Referrie endlich das Spiel abpfeift, in dem das deutsche Team aus dem Spektakel ausscheidet, die nationalen Gemüter langsam wieder etwas runterkochen und die unzähligen schwarz-rot-gelben Lappen von den Autodächern verschwinden.
Nein, wir lieben dieses Land nicht. Warum auch? Weiterlesen

Antifa-Camp 2010 im Rheinland

antifa camp 2010

Es ist soweit, ab sofort könnt Ihr Euch für das Antifa Camp im Rheinland anmelden.

Das Camp beginnt am Mittwoch, den 18. August und geht bis zum Sonntag, den 22. August.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein vielseitiges Programm mit vielen Workshops und Diskussionsrunden. Mit dabei sind wieder Angebote zu Themen wie Antifaschismus, Militarismus, Sexismus, Kapitalismuskritik und vieles mehr. Auch praktische Tips für die Arbeit vor Ort, Kultur, Party und Zeit für den Austausch mit „alten Hasen“ und Leuten und ganz neu dabei sind, werden nicht zu kurz kommen. Das vorläufige Programm gibt es wenigen Tagen auf www.antifa-camp.de

„Ein Leben auf der Müllhalde“ – GGUA informierte über drohende Abschiebungen

„Die Roma haben im Kosovo keine Lebensperpektive. Es droht ihnen ein Leben in Slums oder Flüchtlingslagern wie Osterode in Nord-Mitrovica, dass mit Schwermetallen wie Blei kontaminiert ist.“ So schildert Ulrike Löw von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) die bedrohlichen Verhältnisse, die abgeschobene Roma im Kosovo erwarten. Löw informierte am Donnerstag die weit über 40 interessierten BesucherInnen der antifaschistischen Bildungsreihe „Searchlight“ im Club Courage über die geplanten Abschiebungen von Bürgerkriegsflüchtlingen.

Bundesweit sollen 14.000 Menschen nach dem Willen des Bundesinnenministeriums Deutschland zwangsweise verlassen, darunter etwa 10.000 Roma.In Münster sind 260 Roma bedroht. Als Minderheit sind Roma im Kosovo auch alltäglichen Diskriminierungen und gewalttätigen Angriffen von albanischen Nationalisten ausgesetzt. Schon während des Kosovokrieges gerieten sie zwischen die Fronten: „Roma wurden sowohl von albanischen als auch serbischen Nationalisten und Paramilitärs als Kollaborateure verdächtig und verfolgt. Auch noch nach dem Einmarsch der Natotruppen nahmen die Angriffe nicht ab, ganze Stadtviertel von Roma wurden dem Erdboden gleichgemacht“, so Löw. Die Roma, die sich nach Deutschland retten konnten, erwartete hier ein Leben ohne sicheren Aufenthaltsstatus. Da sie „nur“ Bürgerkriegsopfer sind, wurden sie nicht als Flüchtlinge anerkannt, sondern nur „geduldet“. Seit zehn Jahren müssen sie alle drei bis sechs Monate ihre „Duldung“ verlängern lassen; die Angst vor der Abschiebung wurde so ihr ständiger Begleiter.

Trotzdem konnten sie sich in Münster eine Lebensperspektive aufbauen. Löw: „Ihr Leben und ihre Heimat in Münster soll den Roma nun genommen werden. Besonders schlimm ist dies für die in Deutschland geborenen Kinder, die das Kosovo nur aus Erzählungen kennen und auch kein albanisch oder serbisch sprechen.“ Die anwesenden BesucherInnen waren sich einig, dass nur ein sofortiger Abschiebestopp und ein Bleiberecht für die Roma eine Lösung sein kann. Für das Engagement der GGUA im Rahmen ihrer Kampagne Aktion 302 wurden an diesem Abend sicherlich viele neue UnterstützerInnen gefunden.

8. Mai 2010: Redebeitrag

„Warschau. Aachen. München.“ Als der wachhabende Soldat der Auschwitz-Überlebenden Celine van der Hoek, welche vor zwei Jahren an dieser Stelle zu uns sprach, diese Städtenamen ins Ohr flüsterte, wusste sie, es besteht noch Grund zur Hoffnung. Hoffnung zu Überleben. Denn mit jeder weiteren Stadt, welche durch die alliierten Armeen eingenommen wurde, rückte der Sieg über den faschistischen Aggressor ein Stück näher, wuchs die Wahrscheinlichkeit den deutschen Peinigern und Mördern zu entkommen. Am 8. Mai 1945 war Deutschland endlich besiegt und die Freude sowie Erleichterung ist nicht nur bei den meisten Menschen in den von Nazideutschland besetzten Ländern riesengroß gewesen. Nach 12 Jahren, in denen die Nazis in Deutschland an der Macht waren und nach 6 schier unendlich langen Kriegsjahren lag Europa im Frühjahr 1945 in Schutt und Asche. Schätzungsweise 55 Millionen Menschen haben im Zuge des deutschen Vernichtungskrieges ihr Leben verloren. Kein Mensch, auch nicht die kritischsten und wachsamsten Intellektuellen, die schon frühzeitig vor den Nazis und den Gefahren des Nationalismus, Rassismus und des Krieges warnten, dürfte geahnt haben, was für Verbrechen unbegreifbaren Ausmaßes nach der Machtübertragung an Hitler und seine mörderische Gefolgschaft verübt werden sollten. Weiterlesen